Einen Lademeter berechnen Sie mit der Formel Länge × Breite / 2,4, wobei Länge und Breite der Sendung in Metern angegeben werden. Eine Europalette belegt damit 0,4 Lademeter, eine Industriepalette 0,5 Lademeter. Dieser Artikel erklärt, was ein Lademeter ist, wie Sie ihn für verschiedene Sendungen berechnen und warum Spediteure danach abrechnen.
Was ist ein Lademeter?
Ein Lademeter (abgekürzt LDM) ist ein Meter Ladefläche in der Länge eines Lkw, gemessen über die gesamte Breite. Als Breite gelten dabei 2,4 m. Ein Lademeter entspricht also einer Fläche von 1 m × 2,4 m, das sind 2,4 m².
Die Breite von 2,4 m ist kein Zufall. Die Innenbreite eines Standardaufliegers liegt bei rund 2,45 m. Darauf passen genau drei Europaletten quer nebeneinander (3 × 80 cm) oder zwei Industriepaletten (2 × 120 cm). Der Lademeter übersetzt die Grundfläche einer Sendung in die Länge, die sie auf der Ladefläche belegt.
Ein Standardsattelauflieger hat eine Ladelänge von 13,6 m und damit 13,6 Lademeter. Diese Zahl ist die Bezugsgröße für eine volle Ladung.
Die Lademeter-Formel
Die Formel lautet:
Lademeter = Länge (m) × Breite (m) / 2,4
Sie messen also die Grundfläche Ihrer Sendung und teilen sie durch die Breite des Lkw. Wichtig sind dabei drei Punkte:
- Außenmaße messen: Maßgeblich ist die breiteste und längste Stelle, einschließlich überstehender Ware.
- In Metern rechnen: 120 cm werden zu 1,2 m, 80 cm zu 0,8 m.
- Stapelbarkeit berücksichtigen: Dürfen Paletten übereinander stehen, teilen Sie das Ergebnis durch die Zahl der Lagen.
Mit Stapelfaktor sieht die Formel so aus:
Lademeter = Länge × Breite / 2,4 / Stapelfaktor
Der Stapelfaktor ist 1 für nicht stapelbare Ware, 2 für zwei Lagen übereinander und so weiter.
Lademeter berechnen in fünf Schritten
- Packstücke zählen: Notieren Sie, wie viele Paletten oder Kisten welcher Größe Sie versenden.
- Außenmaße messen: Länge und Breite jedes Packstücks an der breitesten Stelle, in Metern.
- Fläche pro Packstück berechnen: Länge × Breite, dann durch 2,4 teilen.
- Stapelbarkeit prüfen: Teilen Sie die Lademeter stapelbarer Packstücke durch die Zahl der Lagen.
- Summe bilden: Addieren Sie die Lademeter aller Packstücke. Das Ergebnis ist der Platz, den Ihre Sendung auf der Ladefläche belegt.
Prüfen Sie das Ergebnis anschließend gegen die Wirklichkeit auf der Ladefläche. Die Formel geht davon aus, dass die Fläche lückenlos genutzt wird. Passen Packstücke nicht sauber nebeneinander, belegt die Sendung in der Praxis mehr Platz, als die Rechnung ergibt.
Lademeter berechnen: Beispiele mit Europaletten
Die Europalette misst 120 × 80 cm. Ihre Maße, ihr Gewicht und ihre Traglast finden Sie ausführlich im Artikel Europalette Maße, Gewicht und Traglast.
Beispiel 1: eine Europalette
1,2 m × 0,8 m / 2,4 = 0,96 / 2,4 = 0,4 LDM.
Beispiel 2: zehn Europaletten, nicht stapelbar
10 × 0,4 LDM = 4,0 LDM. Die zehn Paletten belegen also rund 4 m Ladefläche, wenn sie quer zu dritt nebeneinander stehen.
Beispiel 3: zehn Europaletten, zweifach stapelbar
4,0 LDM / 2 = 2,0 LDM. Fünf Paletten stehen auf dem Boden, fünf weitere darauf. Voraussetzung ist, dass Höhe, Gewicht und Belastbarkeit der Ware das Stapeln erlauben.
Beispiel 4: sieben Europaletten, teilweise stapelbar
Vier Paletten mit robuster Ware dürfen zweifach gestapelt werden, drei Paletten mit empfindlicher Ware nicht. Die vier stapelbaren Paletten belegen 4 × 0,4 / 2 = 0,8 LDM, die drei nicht stapelbaren 3 × 0,4 = 1,2 LDM. Zusammen ergibt das 2,0 LDM. Trennen Sie bei gemischten Sendungen immer zwischen stapelbaren und nicht stapelbaren Packstücken.
Faustregel für Europaletten
Ein Lademeter entspricht 2,5 Europaletten auf einer Ebene. Rechnerisch passen damit 34 Europaletten auf 13,6 m. In der Praxis sind es 33, weil die Paletten in Reihen zu je 1,2 m Tiefe stehen: 11 Reihen mit je drei Paletten belegen 13,2 m, für eine zwölfte Reihe reicht der Rest nicht.
Beispiele mit Industriepaletten und gemischten Sendungen
Die Industriepalette misst 120 × 100 cm und belegt mehr Fläche als die Europalette.
Beispiel 5: eine Industriepalette
1,2 m × 1,0 m / 2,4 = 1,2 / 2,4 = 0,5 LDM.
Beispiel 6: acht Industriepaletten, nicht stapelbar
8 × 0,5 LDM = 4,0 LDM. Auf einen vollen Auflieger mit 13,6 m passen 26 Industriepaletten: 13 Reihen zu je zwei Paletten, jede Reihe 1 m tief.
Beispiel 7: gemischte Sendung
Sechs Europaletten und vier Industriepaletten, keine stapelbar: 6 × 0,4 + 4 × 0,5 = 2,4 + 2,0 = 4,4 LDM.
Beispiel 8: breites Einzelstück
Eine Maschinenkiste misst 4,0 × 1,8 m. Nach der Formel ergibt das 4,0 × 1,8 / 2,4 = 3,0 LDM. Neben der Kiste bleiben aber nur rund 0,6 m Breite frei, und darauf passt kaum eine andere Sendung. Viele Spediteure berechnen deshalb in solchen Fällen die volle belegte Länge, hier also 4,0 LDM. Bei sperrigen oder ungewöhnlich geformten Gütern sollten Sie den belegten Platz vorab klären.
Stapelbar oder nicht stapelbar: der größte Hebel
Die Stapelbarkeit verändert die Lademeter stärker als jeder andere Faktor. Zwei stapelbare Paletten belegen nur den Platz einer einzigen. Ob gestapelt werden kann, hängt von mehreren Bedingungen ab:
- Höhe: Beide Paletten zusammen müssen unter die Innenhöhe des Lkw passen. Bei einem Standardauflieger liegt sie bei rund 2,70 m.
- Belastbarkeit der Ware: Die untere Palette muss das Gewicht der oberen tragen, ohne dass Kartons eingedrückt werden.
- Ebene Oberfläche: Eine Palette mit spitzem oder unebenem Aufbau kann nichts tragen.
- Angabe bei der Buchung: Der Spediteur rechnet nur mit Stapelbarkeit, wenn Sie sie angeben. Geben Sie sie aber nur an, wenn sie wirklich zutrifft.
Eine falsche Angabe kann teuer werden: Wird eine nicht stapelbare Palette als stapelbar gebucht und dennoch belastet, entstehen Schäden. Fällt der Fehler vorher auf, wird nachberechnet.
Warum Spediteure nach Lademetern abrechnen
Ein Lkw hat zwei Grenzen: die Nutzlast und die Ladefläche. Schwere, kompakte Ware erreicht zuerst die Gewichtsgrenze. Leichte, sperrige Ware dagegen füllt die Ladefläche, lange bevor der Lkw sein zulässiges Gewicht erreicht. Würde der Spediteur nur nach Gewicht abrechnen, wären sperrige Sendungen viel zu günstig, obwohl sie den Platz für andere Kunden blockieren.
Deshalb nutzen viele Tarife den Lademeter als zweite Bemessungsgrundlage. Oft rechnet der Tarif die Lademeter mit einem festen Faktor in ein frachtpflichtiges Gewicht um und vergleicht es mit dem tatsächlichen Gewicht. Abgerechnet wird der höhere Wert. Den Umrechnungsfaktor legt jeder Spediteur in seinen Tarifbedingungen fest; er unterscheidet sich je nach Anbieter und Verkehrsart.
Für die Wahl der Versandart sind Lademeter ebenfalls wichtig. Kleine Sendungen mit wenigen Zehntel Lademetern laufen als Stückgut, ab mehreren Lademetern lohnt sich oft eine Teilladung, und bei nahezu 13,6 Lademetern eine Komplettladung. Die Unterschiede erklärt unser Artikel Stückgut, Teilladung oder Komplettladung. Wie sich die Frachtkosten insgesamt zusammensetzen, lesen Sie unter Frachtkosten berechnen.
Häufige Fehler beim Berechnen der Lademeter
- Überstand vergessen: Ragt die Ware über die Palette hinaus, zählen die Außenmaße der Ware, nicht die der Palette.
- Zentimeter statt Meter: 120 × 80 / 2,4 ergibt 4.000, nicht 0,4. Rechnen Sie immer in Metern.
- Stapelbarkeit zu optimistisch: Nur Paletten, die Höhe und Last wirklich vertragen, dürfen mit Stapelfaktor gerechnet werden.
- Restbreite übersehen: Bei breiten Einzelstücken kann der Spediteur die volle Länge berechnen, weil der Rest der Breite ungenutzt bleibt.
- Rundung nicht beachtet: Manche Tarife runden auf bestimmte Schritte auf. Die Regeln dazu stehen in den Bedingungen des Spediteurs.
Häufige Fragen
Wie lautet die Lademeter-Formel?
Lademeter = Länge (m) × Breite (m) / 2,4. Bei stapelbarer Ware teilen Sie das Ergebnis zusätzlich durch die Zahl der Lagen.
Wie viele Lademeter hat eine Europalette?
Eine Europalette mit 120 × 80 cm belegt 0,4 Lademeter. Eine Industriepalette mit 120 × 100 cm belegt 0,5 Lademeter.
Warum wird durch 2,4 geteilt?
2,4 m ist die Breite, mit der für die Ladefläche eines Lkw gerechnet wird. Auf diese Breite passen drei Europaletten oder zwei Industriepaletten nebeneinander.
Wie viele Lademeter hat ein Lkw?
Ein Standardsattelauflieger hat 13,6 m Ladelänge und damit 13,6 Lademeter. Darauf passen 33 Europaletten auf einer Ebene.
Was ist der Unterschied zwischen Lademeter und Palettenstellplatz?
Ein Palettenstellplatz ist der Platz für eine Palette auf der Ladefläche. Der Lademeter misst dagegen die belegte Länge unabhängig von der Form der Sendung. Damit lassen sich auch Kisten, Gitterboxen oder lose Güter vergleichen, die nicht auf eine Standardpalette passen.
Sie kennen Maße und Anzahl Ihrer Paletten? Im Preisrechner sehen Sie den Festpreis für Ihre Sendung sofort, ohne Konto. Einen Überblick über alle Transportarten finden Sie auf der Seite Fracht und Transport.
