Frachtkosten berechnen Sie aus Strecke, Gewicht und dem Platz, den Ihre Sendung im Lkw belegt, also Volumen, Lademeter oder Palettenanzahl. Dazu kommen Servicelevel, Lieferzeit und Zusatzleistungen wie Hebebühne, Avis oder Zollabwicklung. Wer diese Faktoren kennt, kann Angebote einer Spedition richtig lesen und fair vergleichen.
Die Grundfaktoren der Frachtkosten
Jede Spedition kalkuliert etwas anders. Die Grundlage ist aber fast immer gleich: Wie weit muss die Ware fahren, wie schwer ist sie und wie viel Laderaum braucht sie.
Entfernung und Relation
Die Strecke zwischen Abhol- und Lieferort bestimmt Fahrzeit, Kraftstoff, Maut und Personalkosten. Neben der reinen Entfernung zählt die Relation. Verbindungen zwischen großen Wirtschaftsräumen sind oft günstiger als Fahrten in abgelegene Regionen, weil sich dort leichter Rückladungen oder Sammelverkehre bilden lassen. Inseln, Gebirgsorte und Innenstädte können Aufschläge haben.
Gewicht
Das tatsächliche Bruttogewicht inklusive Verpackung und Palette ist eine zentrale Größe. Bei schweren, kompakten Sendungen bestimmt meist das Gewicht den Preis.
Volumen und Lademeter
Leichte, sperrige Ware belegt viel Platz, wiegt aber wenig. Deshalb rechnen Speditionen nicht nur mit dem Gewicht, sondern auch mit dem Raum, den die Sendung braucht. Im Stückgut und bei Teilladungen ist der Lademeter die übliche Größe. Er beschreibt einen Meter Ladefläche über die volle Breite eines Lkw von 2,40 m. Eine Europalette mit 120 × 80 cm belegt 0,4 Lademeter. Ein Standard-Sattelauflieger hat rund 13,6 Lademeter.
Viele Speditionen rechnen Volumen oder Lademeter mit festen Faktoren in ein frachtpflichtiges Gewicht um. Berechnet wird dann der höhere Wert aus tatsächlichem und umgerechnetem Gewicht. Die Faktoren unterscheiden sich je nach Anbieter. Wie Sie Lademeter selbst ermitteln, zeigt der Beitrag Lademeter berechnen.
Anzahl der Paletten
Beim Palettenversand wird häufig pro Palettenstellplatz abgerechnet, gestaffelt nach Gewicht und Höhe. Eine zweite oder dritte Palette in derselben Sendung kostet oft weniger als die erste, weil Abholung und Zustellung nur einmal anfallen. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag Palettenversand Kosten.
Stapelbarkeit
Kann auf Ihre Palette eine weitere gestellt werden, nutzt die Spedition den Laderaum besser. Nicht stapelbare Paletten blockieren den Raum darüber und werden deshalb teurer berechnet, oft so, als würden sie die volle Höhe belegen. Geben Sie die Stapelbarkeit immer korrekt an. Eine falsche Angabe kann zu Schäden und Nachberechnungen führen.
Beispiel: Welche Daten in den Preis einfließen
Sie möchten drei Europaletten von Hannover nach München versenden. Jede Palette misst 120 × 80 × 150 cm inklusive Palette und wiegt 400 kg. Die Ware ist empfindlich und nicht stapelbar.
- Fläche: Drei Europaletten belegen zusammen 1,2 Lademeter.
- Gewicht: Das Bruttogewicht beträgt 1.200 kg.
- Höhe und Stapelbarkeit: Weil die Paletten nicht stapelbar sind, bleibt der Raum darüber leer. Die Spedition kalkuliert deshalb mit dem vollen Platz.
- Strecke und Lieferzeit: Die Relation und das gewählte Servicelevel bestimmen den Grundpreis.
- Extras: Hat der Empfänger keine Rampe, kommt eine Hebebühne hinzu.
Wären die Paletten stapelbar, könnte die Spedition den Laderaum besser nutzen, und der Preis würde in der Regel sinken. Genau diese Angaben fragt auch ein Preisrechner ab.
Volumengewicht beim Paketversand
Im Paketversand heißt das Prinzip Volumengewicht. Die Paketdienste vergleichen das tatsächliche Gewicht mit einem aus den Maßen berechneten Gewicht und berechnen den höheren Wert.
Die übliche Formel lautet: Länge × Breite × Höhe in Zentimetern, geteilt durch einen Divisor. Häufig liegt der Divisor bei 5.000, je nach Anbieter und Produkt auch bei 4.000 oder 6.000.
Beispiel: Ein Karton mit 60 × 40 × 40 cm und 6 kg tatsächlichem Gewicht hat ein Volumen von 96.000 cm³. Mit dem Divisor 5.000 ergibt das ein Volumengewicht von 19,2 kg. Abgerechnet werden also 19,2 kg, nicht 6 kg.
Daraus folgt eine einfache Regel: Je besser der Karton zur Ware passt, desto geringer sind die Versandkosten. Leerraum mit Füllmaterial kostet bei leichter Ware oft mehr als die Ware selbst wiegt.
Servicelevel und Lieferzeit
Dieselbe Sendung kann je nach Lieferzeit sehr unterschiedlich kosten. Die Spedition plant langsamere Sendungen flexibler ein und kann sie mit anderen bündeln.
- Standard oder Economy: Die Ware fährt im regulären Netz mit, die Lieferzeit hat etwas Spielraum. Das ist meist die günstigste Variante.
- Express: Die Sendung wird bevorzugt behandelt oder direkt gefahren. Das kostet mehr, spart aber Zeit.
- Fixtermin: Die Zustellung an einem festen Tag oder in einem Zeitfenster schränkt die Tourenplanung ein und wird deshalb mit einem Aufschlag berechnet.
Im FulFra Preisrechner wählen Sie zwischen den Servicelevels Eco, Super-Eco und Express. Innerhalb Deutschlands liegt die Laufzeit im Frachtverkehr meist bei 1 bis 3 Werktagen.
Zusatzleistungen, die den Preis verändern
Viele Angebote unterscheiden sich weniger im Grundpreis als in den Extras. Prüfen Sie vor der Buchung, was Sie wirklich brauchen.
- Hebebühne: Hat die Lieferadresse keine Laderampe, braucht der Lkw eine Hebebühne. Das gilt oft für Ladengeschäfte, Baustellen und Privatadressen.
- Avis: Der Fahrer oder die Disposition kündigt die Zustellung vorher telefonisch an. Viele Empfänger verlangen das, um Personal für die Entladung bereitzustellen.
- Fixer Liefertermin: Zustellung an einem bestimmten Tag, siehe oben.
- Zollabwicklung: Bei Sendungen aus Drittländern wie der Türkei oder in Länder außerhalb der EU kommen Kosten für die Zollanmeldung hinzu. Zölle und Einfuhrumsatzsteuer sind davon getrennt.
- Gefahrgut: Waren, die unter die Gefahrgutvorschriften fallen, brauchen besondere Kennzeichnung, Papiere und geschulte Fahrer.
- 2-Mann-Handling und Sperrgut: Große oder schwere Einzelstücke, die getragen oder aufgebaut werden müssen, verursachen höheren Aufwand.
Weitere Kostenbestandteile
Neben Fracht und Extras können weitere Posten auf der Rechnung stehen. Fragen Sie nach, ob sie im Angebot enthalten sind.
- Maut: In Deutschland wird die Lkw-Maut unter anderem nach Gewicht, Achszahl und CO2-Emissionsklasse berechnet. Manche Anbieter weisen sie getrennt aus.
- Kraftstoffzuschlag: Einige Speditionen passen ihre Preise über einen variablen Dieselzuschlag an.
- Standgeld: Muss der Lkw bei Be- oder Entladung länger warten als vereinbart, kann Standgeld anfallen.
- Nachberechnungen: Weichen Gewicht, Maße oder Stapelbarkeit von den Angaben ab, wird der Preis nachträglich angepasst.
Angebote richtig vergleichen
Ein niedriger Preis auf den ersten Blick ist nicht immer das günstigste Angebot. Vergleichen Sie Angebote nach diesen Punkten:
- Gleiche Grundlage: Alle Anbieter müssen dieselben Daten erhalten, also Maße, Gewicht, Anzahl, Stapelbarkeit, Abhol- und Lieferort.
- Festpreis oder Schätzung: Prüfen Sie, ob der Preis verbindlich ist oder sich nach der Abholung noch ändern kann.
- Enthaltene Leistungen: Sind Maut, Kraftstoffzuschlag, Avis und Hebebühne enthalten oder kommen sie extra dazu.
- Lieferzeit: Ein günstiger Tarif mit längerer Laufzeit ist nur dann günstiger, wenn Sie die Zeit wirklich haben.
- Haftung und Versicherung: Im internationalen Straßenverkehr nach CMR und im innerdeutschen Verkehr nach HGB ist die gesetzliche Haftung auf 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm Rohgewicht begrenzt. Bei wertvoller Ware lohnt sich eine Transportversicherung.
- Netto oder brutto: Gewerbliche Angebote sind meist Nettopreise zuzüglich Umsatzsteuer.
Warum ein sofortiger Festpreis hilft
Klassische Angebote per E-Mail brauchen oft Stunden oder Tage. In der Zwischenzeit können Sie weder planen noch mit Ihrem Kunden oder Lieferanten verbindlich kalkulieren. Ein sofortiger Festpreis löst das:
- Sie sehen den Preis direkt nach Eingabe der Sendungsdaten.
- Sie können verschiedene Varianten vergleichen, etwa eine Palette mehr oder ein anderes Servicelevel.
- Der Preis ist verbindlich, solange Ihre Angaben stimmen.
- Sie können Frachtkosten sofort in Ihre Verkaufspreise oder Bestellungen einrechnen.
Der FulFra Preisrechner zeigt einen Festpreis für Paket, Stückgut, Palette und Komplettladung innerhalb Deutschlands, in Europa und für die Türkei, ohne Konto. Optionale Extras wie die Zollabwicklung können Sie dem Angebot hinzufügen. Die Preise gelten für Geschäftskunden, netto zuzüglich Umsatzsteuer. Zum Buchen genügt eine kostenlose Registrierung. Mehr zu den Transportarten finden Sie auf der Seite Fracht & Transport.
Häufige Fragen
Wie berechnet man Frachtkosten für eine Palette?
Die Kosten ergeben sich aus Strecke, Gewicht, Maßen und Stapelbarkeit der Palette sowie dem gewählten Servicelevel. Am schnellsten erhalten Sie einen konkreten Preis, indem Sie diese Daten in einen Preisrechner eingeben.
Was ist der Unterschied zwischen Gewicht und frachtpflichtigem Gewicht?
Das tatsächliche Gewicht ist das, was die Waage zeigt. Das frachtpflichtige Gewicht ist der höhere Wert aus tatsächlichem Gewicht und dem aus Volumen oder Lademetern umgerechneten Gewicht. Abgerechnet wird das frachtpflichtige Gewicht.
Wie kann ich Frachtkosten senken?
Passen Sie Verpackung und Karton an die Ware an, machen Sie Paletten stapelbar, bündeln Sie Sendungen und wählen Sie ein langsameres Servicelevel, wenn die Zeit es erlaubt. Genaue Angaben vermeiden Nachberechnungen.
Sind Zölle in den Frachtkosten enthalten?
Nein. Die Zollabwicklung kann als Leistung gebucht werden, Zölle und Einfuhrumsatzsteuer werden aber gesondert erhoben und richten sich nach Ware und Warenwert.
Berechnen Sie Ihre Frachtkosten jetzt im Preisrechner: Der Festpreis erscheint sofort und ohne Konto.
