Eine Palette richtig verpacken heißt: schwere Ware nach unten, Kartons bündig und ohne Überstand stapeln, Kanten schützen, die Ladung mit Stretchfolie fest mit der Palette verbinden und bei Bedarf umreifen. Gute Ladungssicherung auf der Palette verhindert, dass Ware beim Umschlag verrutscht, kippt oder gedrückt wird. Dieser Beitrag zeigt Schritt für Schritt, worauf es ankommt, und was Sie tun, wenn trotzdem ein Schaden entsteht.
Die richtige Palette wählen
Die Grundlage jeder Sendung ist eine intakte Palette. Im europäischen Verkehr ist die Europalette mit 120 × 80 × 14,4 cm Standard. Eine Europalette trägt bei gleichmäßig verteilter Last bis zu 1.500 kg.
- Verwenden Sie nur Paletten ohne gebrochene Bretter, fehlende Klötze oder herausstehende Nägel.
- Die Ware darf nicht über den Palettenrand hinausragen. Überstand führt zu Schäden beim Umschlag und belegt mehr Platz im Lkw.
- Für größere Güter gibt es andere Formate, etwa Industriepaletten mit 120 × 100 cm. Geben Sie das Format bei der Buchung immer an.
Mehr zu Maßen und Varianten lesen Sie im Beitrag Europalette Maße.
Stapelmuster und Gewichtsverteilung
Wie Sie die Kartons auf der Palette anordnen, entscheidet über Stabilität und Belastbarkeit der Ladung.
Säulenstapelung
Bei der Säulenstapelung steht jeder Karton genau auf dem darunter. Die Ecken und Kanten der Kartons tragen so die volle Last. Diese Anordnung nutzt die Stauchfestigkeit der Kartons am besten, ist seitlich aber weniger stabil. Sie braucht deshalb eine gute Sicherung mit Folie oder Umreifung.
Verbundstapelung
Bei der Verbundstapelung wird jede Lage versetzt zur darunterliegenden gestapelt, ähnlich wie bei einer Mauer. Die Lagen greifen ineinander, die Ladung hält besser zusammen. Dafür tragen die Kartons weniger Last, weil ihre Kanten nicht übereinander stehen. Für leichte Ware ist der Verbund oft die bessere Wahl, für schwere Ware die Säule mit guter Sicherung.
Gewicht richtig verteilen
- Schwere Packstücke gehören nach unten, leichte nach oben.
- Verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig über die ganze Fläche. Der Schwerpunkt sollte möglichst in der Mitte und niedrig liegen.
- Vermeiden Sie Lücken zwischen den Kartons. Füllen Sie Hohlräume mit Füllmaterial oder Zwischenlagen.
- Die oberste Lage sollte möglichst eben sein. Eine Abdeckplatte aus Karton oder Holz verteilt den Druck, wenn die Palette gestapelt wird.
Kantenschutz, Stretchfolie und Umreifung
Diese drei Mittel verbinden Ware und Palette zu einer festen Einheit. Wie viel davon nötig ist, hängt von Gewicht, Form und Empfindlichkeit der Ware ab.
Kantenschutz
Kantenschutzwinkel aus Karton oder Kunststoff werden senkrecht an die vier Ecken der Ladung gestellt. Sie verteilen den Druck von Umreifungsbändern, stabilisieren die Ecken und schützen die Kartons vor Stößen durch Gabelstapler. Bei Umreifung ist Kantenschutz praktisch immer sinnvoll.
Stretchfolie
- Beginnen Sie unten und wickeln Sie die ersten Lagen um den Palettenfuß. So verbindet die Folie die Ware mit der Palette und nicht nur die Kartons miteinander.
- Wickeln Sie nach oben mit deutlicher Überlappung der Bahnen, etwa der halben Folienbreite.
- Legen Sie bei Bedarf eine Deckfolie oder einen Deckbogen auf, bevor Sie die oberen Lagen wickeln. Das schützt vor Staub und Feuchtigkeit.
- Ziehen Sie die Folie straff, aber nicht so stark, dass leichte Kartons eingedrückt werden.
Umreifung
Umreifungsbänder aus Kunststoff wie PET oder aus Stahl halten schwere oder kompakte Ladungen zusammen. Führen Sie die Bänder durch die Palette, damit sie Ware und Palette verbinden. Zwei Bänder in jede Richtung sind bei schwerer Ware ein guter Richtwert. Stahlbänder eignen sich für sehr schwere Güter, brauchen aber unbedingt Kantenschutz.
Häufige Fehler bei der Sicherung
- Folie nur um die Kartons: Ist der Palettenfuß nicht eingewickelt, rutscht die ganze Ladung beim Bremsen oder Anheben von der Palette.
- Zu wenig Folie bei schwerer Ware: Wenige lose Lagen halten keine schwere Last. Mehr Lagen und zusätzliche Umreifung helfen.
- Umreifung ohne Kantenschutz: Die Bänder schneiden in die Kartons ein und beschädigen die Ware.
- Kartons mit Überstand: Ragt Ware über den Rand, wird sie beim Verladen gestoßen und beim Stapeln gedrückt.
- Halbleere Kartons: Sie geben unter Last nach und bringen die ganze Palette in Schieflage. Füllen Sie Hohlräume aus.
Stapelbarkeit und maximale Höhe
Ob Ihre Palette stapelbar ist, ist eine der wichtigsten Angaben bei der Buchung. Sie beeinflusst Preis und Sicherheit.
- Stapelbar: Auf Ihre Palette kann eine weitere Palette gestellt werden, ohne dass die Ware Schaden nimmt. Die Oberseite muss dafür eben und tragfähig sein.
- Nicht stapelbar: Die Ware verträgt keine Last von oben, etwa bei empfindlichen Geräten oder unregelmäßigen Formen. Kennzeichnen Sie die Palette dann deutlich, zum Beispiel mit einem Hinweis oder einem Kegel auf der Oberseite.
Für die Höhe gibt es keine einheitliche Grenze. Viele Stückgutnetze haben Höchstwerte inklusive Palette, und Paletten mit größerer Höhe werden anders berechnet oder nicht angenommen. Prüfen Sie die Vorgabe vor der Buchung und messen Sie die Höhe immer inklusive Palette. Nicht stapelbare Paletten werden meist teurer berechnet, weil der Raum darüber ungenutzt bleibt. Mehr dazu im Beitrag Palettenversand Kosten.
Kennzeichnung und Labels
Eine Palette muss beim Umschlag auf einen Blick zugeordnet werden können. Fehlende Labels führen zu Fehlleitungen und Verzögerungen.
- Bringen Sie das Versandlabel an mindestens zwei gegenüberliegenden Seiten an, nicht auf der Oberseite.
- Das Label enthält Absender, Empfänger, Sendungsnummer und die Anzahl der Packstücke, zum Beispiel „Palette 1 von 3“.
- Kleben Sie Labels auf die Folie oder schützen Sie sie mit Klarsichttaschen, damit sie beim Wickeln nicht verdeckt werden.
- Kennzeichnen Sie Besonderheiten mit üblichen Symbolen, etwa „Oben“, „Zerbrechlich“ oder „Nicht stapeln“.
- Bei empfindlicher Ware helfen Kipp- und Stoßindikatoren. Sie zeigen, ob die Palette unterwegs gekippt oder hart gestoßen wurde.
- Gefahrgut hat eigene Kennzeichnungsvorschriften. Klären Sie diese vor dem Versand.
Dokumentation vor der Abholung
Gute Dokumentation hilft Ihnen, wenn es später Streit über einen Schaden gibt. Sie dauert nur wenige Minuten.
- Fotografieren Sie jede Palette von allen vier Seiten und von oben, nachdem sie fertig gesichert ist.
- Machen Sie Nahaufnahmen von Labels, Kantenschutz und Umreifung.
- Notieren Sie Gewicht und Maße jeder Palette. Stimmen die Angaben in der Buchung, vermeiden Sie Nachberechnungen.
- Prüfen Sie, dass Anzahl der Paletten, Lieferschein und Frachtbrief übereinstimmen.
- Lassen Sie sich die Übernahme vom Fahrer auf dem Frachtbrief quittieren. Bei internationalen Straßentransporten ist das der CMR-Frachtbrief.
Rechtlich ist der Absender für eine beförderungssichere Verpackung verantwortlich, im deutschen Recht geregelt in § 411 HGB. Wird die Ware wegen schlechter Verpackung beschädigt, haftet der Frachtführer in der Regel nicht.
Was tun bei einem Transportschaden
Auch gut verpackte Ware kann beschädigt werden. Dann zählt vor allem, dass Sie schnell und richtig reagieren.
Bei der Zustellung
- Prüfen Sie die Paletten bei der Anlieferung auf äußere Schäden, beschädigte Folie, eingedrückte Kartons und die Anzahl.
- Vermerken Sie sichtbare Schäden sofort und konkret auf dem Frachtbrief oder Lieferschein, zum Beispiel „Palette 2: Folie aufgerissen, zwei Kartons eingedrückt“. Ein pauschaler Vermerk wie „unter Vorbehalt“ reicht meist nicht.
- Lassen Sie den Vermerk vom Fahrer gegenzeichnen und fotografieren Sie den Schaden.
Bei verdeckten Schäden
Zeigt sich ein Schaden erst beim Auspacken, müssen Sie ihn schriftlich anzeigen. Nach HGB und CMR gilt dafür eine Frist von sieben Tagen nach Ablieferung, bei der CMR ohne Sonn- und Feiertage. Bewahren Sie Verpackung und beschädigte Ware auf, bis der Schaden geklärt ist.
Die Schadensmeldung
Melden Sie den Schaden mit Fotos, Frachtbrief mit Vermerk, Lieferschein, Rechnung über den Warenwert und einer Beschreibung. Die gesetzliche Haftung des Frachtführers ist nach HGB und CMR auf 8,33 Sonderziehungsrechte je Kilogramm Rohgewicht begrenzt. Für wertvolle Ware lohnt sich deshalb eine zusätzliche Transportversicherung.
Häufige Fragen
Wie hoch darf eine Palette beladen werden?
Das hängt vom Netz und vom Anbieter ab. Viele Stückgutnetze haben Höchstwerte inklusive Palette. Prüfen Sie die Vorgabe vor der Buchung und geben Sie die tatsächliche Höhe an.
Reicht Stretchfolie zur Ladungssicherung auf der Palette?
Für leichte, gleichmäßige Kartons oft ja, wenn die Folie den Palettenfuß mit einschließt und straff gewickelt ist. Schwere oder kompakte Ladungen sollten zusätzlich umreift und mit Kantenschutz versehen werden.
Wer haftet, wenn eine schlecht verpackte Palette beschädigt wird?
Der Absender ist für eine beförderungssichere Verpackung verantwortlich. Entsteht der Schaden durch mangelhafte Verpackung, haftet der Frachtführer in der Regel nicht.
Wie schnell muss ich einen Transportschaden melden?
Sichtbare Schäden sofort bei der Zustellung auf dem Frachtbrief. Verdeckte Schäden schriftlich innerhalb von sieben Tagen nach Ablieferung.
Ihre Palette ist versandbereit? Im Preisrechner sehen Sie den Festpreis für Ihre Palettensendung sofort und ohne Konto.
