Eine Spedition für die Strecke Türkei–Deutschland holt Ihre Ware beim Lieferanten in der Türkei ab, bringt sie per Lkw über den Balkan oder per Fähre nach Deutschland und übernimmt auf Wunsch die Zollabwicklung. Bei FulFra dauert der Transport aus der Türkei nach Deutschland auf der Straße typischerweise 4 bis 6 Werktage. Entscheidend für einen reibungslosen Ablauf sind die passende Versandart, vollständige Dokumente und eine gut vorbereitete Verzollung.
So läuft ein Transport aus der Türkei nach Deutschland ab
Ein Straßentransport aus der Türkei folgt fast immer denselben Schritten. Wer sie kennt, kann Rückfragen und Wartezeiten vermeiden.
- Anfrage und Angebot: Sie nennen Abhol- und Lieferort, Art der Ware, Anzahl und Maße der Packstücke, Gewicht und gewünschten Termin. Daraus ergibt sich der Preis.
- Abholung beim Lieferanten: Der Lkw holt die Ware zum Beispiel in Istanbul, Bursa, Izmir oder Ankara ab. Bei Sammelverkehren wird sie zuerst in ein Umschlaglager gebracht und dort mit anderen Sendungen gebündelt.
- Ausfuhr in der Türkei: Der Lieferant oder sein Zollagent meldet die Ware in der Türkei zur Ausfuhr an. Gleichzeitig wird das Versandverfahren eröffnet, meist mit einem T1-Dokument.
- Transit: Die Ware fährt unter Zollverschluss durch die Transitländer bis zur Zollstelle in Deutschland.
- Einfuhrverzollung in Deutschland: Die Ware wird zum zollrechtlich freien Verkehr angemeldet. Zölle, soweit sie anfallen, und die Einfuhrumsatzsteuer werden festgesetzt.
- Zustellung: Nach der Freigabe wird die Ware an Ihre Lieferadresse oder in ein Lager gebracht.
Route und Transitzeit
Für den Landweg gibt es zwei übliche Varianten. Welche gewählt wird, hängt von Abholort, Lieferort, Saison und Auslastung ab.
- Über den Balkan: Der Lkw verlässt die Türkei meist über den Grenzübergang Kapıkule nach Bulgarien und fährt weiter über Rumänien und Ungarn oder über Serbien und Ungarn nach Österreich und Deutschland.
- Per Fähre über Italien: Auflieger werden in einem türkischen Hafen auf eine Ro-Ro-Fähre verladen, zum Beispiel Richtung Triest, und fahren von dort über die Alpen nach Deutschland. Diese Variante umgeht die Landgrenzen im Südosten.
Mit FulFra dauert der Straßentransport aus der Türkei nach Deutschland typischerweise 4 bis 6 Werktage. Die genaue Laufzeit hängt vom Abholort, der Versandart und den Wartezeiten an den Grenzen ab. Ein Sammelverkehr kann etwas länger brauchen als eine direkte Komplettladung, weil die Ware gebündelt und umgeschlagen wird. Planen Sie bei terminkritischen Sendungen einen Puffer ein, besonders vor Feiertagen.
Teilladung, Komplettladung oder Paletten: die passende Versandart
Die richtige Versandart richtet sich nach Menge, Volumen und Zeitplan. Im Türkei-Verkehr sind drei Formen üblich.
Paletten und Stückgut
Bei wenigen Paletten wird Ihre Ware im Sammelverkehr mit anderen Sendungen transportiert. Sie zahlen nur für den Platz, den Ihre Paletten belegen. Das lohnt sich für Musterlieferungen, Nachbestellungen oder kleinere Händler. Die Ware wird dabei mehrmals umgeschlagen, deshalb ist eine stabile Verpackung besonders wichtig.
Teilladung
Eine Teilladung belegt einen größeren Teil des Laderaums, aber nicht den ganzen Lkw. Sie wird meist in Lademetern berechnet und oft ohne Umschlag direkt zugestellt. Teilladungen sind sinnvoll ab mehreren Lademetern, wenn sich eine eigene Komplettladung noch nicht lohnt.
Komplettladung
Bei einer Komplettladung (FTL) gehört Ihnen der ganze Lkw. Ein Standard-Sattelauflieger hat eine Ladefläche von rund 13,6 m Länge und 2,40 m Breite. Die Ware fährt ohne Umschlag direkt vom Lieferanten zu Ihnen. Das ist die schnellste und für große Mengen meist die günstigste Lösung pro Einheit.
Eine ausführliche Gegenüberstellung finden Sie im Beitrag Stückgut, Teilladung oder Komplettladung. Wie sich die Fläche einer Sendung berechnet, erklärt Lademeter berechnen.
Diese Dokumente brauchen Sie für den Türkei-Transport
Fehlende oder fehlerhafte Papiere sind der häufigste Grund für Verzögerungen. Prüfen Sie die Dokumente vor der Abholung zusammen mit Ihrem Lieferanten.
- Handelsrechnung: Sie enthält Verkäufer, Käufer, genaue Warenbeschreibung, Zolltarifnummer, Menge, Wert, Währung, Lieferbedingung (Incoterm) und Ursprungsland. Sie ist die Grundlage für die Berechnung von Zoll und Einfuhrumsatzsteuer.
- Packliste: Sie zeigt, was in welchem Packstück steckt, mit Anzahl, Brutto- und Nettogewicht sowie Maßen. Der Zoll nutzt sie für Beschau und Abgleich.
- Warenverkehrsbescheinigung A.TR: Die EU und die Türkei bilden eine Zollunion für gewerbliche Waren. Die A.TR belegt, dass sich die Ware in der Türkei im freien Verkehr befindet. Für Waren, die unter die Zollunion fallen, entfällt damit in der Regel der Zoll. Landwirtschaftliche Erzeugnisse und bestimmte Stahlprodukte sind nicht in der Zollunion erfasst; für sie gelten andere Nachweise und Regeln.
- Versandbegleitdokument T1: Mit dem Versandverfahren (NCTS) fährt die Ware unverzollt durch die Transitländer bis zur Bestimmungszollstelle in Deutschland. Erst dort wird sie verzollt. Alternativ kommt im Straßenverkehr auch das Carnet TIR vor.
- CMR-Frachtbrief: Er ist der Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr. Absender, Frachtführer und Empfänger quittieren darauf Übernahme und Ablieferung. Schäden und Fehlmengen werden auf dem CMR vermerkt.
Je nach Ware kommen weitere Unterlagen hinzu, etwa Zertifikate, Konformitätserklärungen oder Genehmigungen. Mehr zu den einzelnen Papieren lesen Sie im Beitrag Zolldokumente erklärt.
Einfuhrverzollung in Deutschland
Die Türkei gehört nicht zur EU. Jede Sendung aus der Türkei muss deshalb in Deutschland zur Einfuhr angemeldet werden, auch wenn dank A.TR kein Zoll anfällt.
Was bei der Einfuhr anfällt
- Zoll: Für gewerbliche Waren aus der Zollunion mit gültiger A.TR in der Regel nicht. Für andere Waren richtet sich der Satz nach der Zolltarifnummer. Antidumping- oder Ausgleichszölle können unabhängig von der A.TR anfallen.
- Einfuhrumsatzsteuer: Sie fällt grundsätzlich an, in Deutschland mit 19 % oder ermäßigt 7 %. Vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen können sie als Vorsteuer geltend machen.
- Kosten der Abfertigung: Die Zollanmeldung erstellt ein Dienstleister. Diese Kosten kommen zu Fracht und Abgaben hinzu.
Was Sie als Importeur brauchen
- eine EORI-Nummer, ohne die keine Zollanmeldung möglich ist,
- die richtige Zolltarifnummer für jede Ware,
- eine Vollmacht für den Dienstleister, der in Ihrem Namen anmeldet,
- bei Aufschub der Abgaben ein Aufschubkonto beim Zoll.
FulFra übernimmt die Zollabwicklung für Sendungen aus der Türkei, inklusive Dokumentenprüfung. Im Verzollungslager in Lehrte bei Hannover kann Ware bis zu 90 Tage unverzollt gelagert werden. So zahlen Sie Abgaben erst, wenn die Ware tatsächlich in den freien Verkehr geht.
Typische Verzögerungen und wie Sie sie vermeiden
Die meisten Verspätungen haben bekannte Ursachen. Mit etwas Vorbereitung lassen sich viele davon vermeiden.
- Unvollständige Rechnung: Fehlen Zolltarifnummer, Ursprungsland oder eine klare Warenbeschreibung, hält der Zoll die Sendung an. Lassen Sie sich die Rechnung vor der Abholung als Entwurf schicken.
- Fehlende oder fehlerhafte A.TR: Ohne gültige A.TR wird Zoll nach dem regulären Satz erhoben. Achten Sie darauf, dass Angaben und Packstückzahl mit Rechnung und Packliste übereinstimmen.
- Abweichungen zwischen Papieren und Ladung: Stimmen Anzahl oder Gewicht nicht, folgt oft eine Beschau. Die Packliste sollte exakt die verladene Ware zeigen.
- Wartezeiten an der Grenze: An den Grenzen im Südosten kann es zu langen Wartezeiten kommen, besonders in der Hauptsaison. Planen Sie dafür Zeit ein.
- Feiertage: Türkische Feiertage wie das Zuckerfest und das Opferfest verschieben sich jedes Jahr und können Abholung und Ausfuhr um mehrere Tage verzögern. In Deutschland gilt für schwere Lkw an Sonn- und Feiertagen ein Fahrverbot.
- Ware nicht abholbereit: Ist die Ware beim Abholtermin nicht verpackt oder die Papiere fehlen, verliert der Lkw einen Tag. Bestätigen Sie die Abholbereitschaft mit dem Lieferanten.
Zollregeln, Abgabensätze und Anforderungen an Sicherheitsanmeldungen ändern sich. Prüfen Sie vor dem Versand den aktuellen Stand beim Zoll oder bei Ihrem Dienstleister.
Checkliste für Ihre erste Sendung aus der Türkei
- Lieferbedingung (Incoterm) mit dem Lieferanten festlegen, zum Beispiel FCA oder DAP.
- Maße, Gewicht und Anzahl der Packstücke klären und die Versandart wählen.
- Preis einholen und Abholtermin festlegen.
- Handelsrechnung und Packliste als Entwurf prüfen.
- A.TR beim Lieferanten anfordern, wenn die Ware unter die Zollunion fällt.
- EORI-Nummer und Vollmacht für die Verzollung bereithalten.
- Lieferadresse, Öffnungszeiten und Entladebedingungen mitteilen, etwa ob eine Rampe vorhanden ist oder eine Hebebühne nötig ist.
Sık Sorulan Sorular
Wie lange dauert ein Lkw-Transport von der Türkei nach Deutschland?
Mit FulFra typischerweise 4 bis 6 Werktage auf der Straße. Abholort, Versandart, Wartezeiten an den Grenzen und Feiertage beeinflussen die genaue Laufzeit.
Muss ich für Waren aus der Türkei Zoll zahlen?
Für gewerbliche Waren, die unter die Zollunion zwischen EU und Türkei fallen, entfällt mit einer gültigen A.TR in der Regel der Zoll. Die Einfuhrumsatzsteuer fällt trotzdem an. Für landwirtschaftliche Erzeugnisse und bestimmte Stahlprodukte gelten andere Regeln.
Wer erstellt die A.TR?
Die A.TR wird in der Türkei vom Ausführer beantragt und von den dortigen Zollbehörden bestätigt. Fordern Sie sie frühzeitig bei Ihrem Lieferanten an.
Lohnt sich eine Komplettladung oder reicht eine Palettensendung?
Für wenige Paletten ist der Sammelverkehr meist günstiger. Ab mehreren Lademetern kann eine Teilladung sinnvoll sein, bei voller Ladefläche eine Komplettladung. Am einfachsten vergleichen Sie die Varianten direkt im Preisrechner.
Berechnen Sie Ihren Transport aus der Türkei nach Deutschland im Preisrechner: Der Festpreis erscheint sofort, ohne Konto, und die Zollabwicklung können Sie als Extra hinzufügen.
