Paket, Stückgut, Teilladung und Komplettladung unterscheiden sich vor allem in der Sendungsgröße: Pakete sind einzelne Kartons bis meist 31,5 kg, Stückgut sind einzelne Paletten oder schwere Packstücke, eine Teilladung belegt einen größeren Teil des Lkw, und eine Komplettladung füllt den ganzen Lkw. Welche Versandart richtig ist, hängt von Menge, Gewicht, Laufzeit und Empfindlichkeit der Ware ab. Dieser Artikel zeigt die Unterschiede, typische Grenzwerte und die Vor- und Nachteile jeder Variante.
Die vier Versandarten im Überblick
- Paket: einzelne Kartons, die ein Paketdienst automatisch sortiert und zustellt. Die meisten Paketdienste nehmen Pakete bis 31,5 kg an, mit Grenzen für Länge und Umfang.
- Stückgut: einzelne Packstücke, die zu schwer oder zu groß für den Paketdienst sind, meist auf Paletten. Stückgut wird in einem Netz aus Umschlaglagern mit Sendungen anderer Kunden gebündelt.
- Teilladung: eine größere Sendung, die einen Teil des Lkw belegt. Im Englischen spricht man von LTL (Less than Truckload); der Begriff wird teilweise auch für Stückgut verwendet. Die Teilladung fährt meist ohne Umschlag direkt oder mit wenigen Zwischenstopps zum Empfänger.
- Komplettladung: ein ganzer Lkw exklusiv für Ihre Sendung, im Englischen FTL (Full Truckload). Der Lkw fährt direkt von der Lade- zur Entladestelle.
Typische Grenzen: Paletten, Lademeter und Gewicht
Feste Grenzen zwischen Stückgut, Teilladung und Komplettladung gibt es nicht. Jede Spedition legt eigene Werte fest, und auch Strecke und Auslastung spielen eine Rolle. Die folgenden Werte dienen nur als grobe Orientierung:
- Paket: einzelne Packstücke bis 31,5 kg bei den meisten Paketdiensten.
- Stückgut: eine bis etwa sechs bis acht Paletten, bis etwa 2,5 bis 3 t Gesamtgewicht oder bis etwa 3 Lademeter.
- Teilladung: ab etwa sechs bis acht Paletten oder rund 3 Lademetern bis etwa 10 bis 12 Lademeter.
- Komplettladung: ab etwa 10 bis 12 Lademetern, bei voller Ladefläche von 13,6 m (33 Europaletten auf einer Ebene) oder wenn das Gewicht nahe an der Nutzlast des Lkw liegt, bei einem Sattelzug meist rund 24 t.
Der Lademeter beschreibt, wie viel Länge der Ladefläche Ihre Sendung belegt. Wie Sie ihn berechnen, erklärt unser Artikel Lademeter berechnen.
Paketversand: für einzelne Kartons
Der Paketversand ist für kleine, leichte Sendungen gemacht. Pakete laufen über automatische Sortieranlagen, Förderbänder und Rutschen. Das macht den Versand schnell und günstig, belastet die Verpackung aber stark.
Wann Paket die richtige Wahl ist
- Die Sendung besteht aus einem oder wenigen Kartons.
- Jeder Karton wiegt höchstens 31,5 kg und hält die Maßgrenzen des Paketdienstes ein.
- Der Empfänger soll ohne Terminabsprache beliefert werden, auch privat.
Risiken
Pakete werden geworfen, gestapelt und gekippt. Zerbrechliche oder schlecht verpackte Ware nimmt dabei leicht Schaden. Viele einzelne Kartons an denselben Empfänger können zudem teurer werden als eine Palette. Ab einer gewissen Kartonzahl lohnt sich der Vergleich mit Stückgut.
Stückgut: für einzelne Paletten
Stückgut ist der Standard für Paletten und schwere Packstücke. Der Spediteur holt die Sendung ab, bringt sie in sein Umschlaglager und bündelt sie dort mit anderen Sendungen in dieselbe Richtung. Im Ziellager wird sie erneut umgeschlagen und auf der Nahverkehrstour zugestellt.
Wann Stückgut die richtige Wahl ist
- Sie versenden eine bis wenige Paletten.
- Die Ware ist zu schwer oder zu groß für den Paketdienst.
- Eine Laufzeit von wenigen Werktagen reicht aus.
Laufzeit
Innerhalb Deutschlands ist Stückgut bei FulFra in der Regel in 1 bis 3 Werktagen zugestellt. Im europäischen Ausland verlängert sich die Laufzeit je nach Entfernung und Zielregion.
Risiken
Jeder Umschlag bedeutet, dass ein Gabelstapler die Palette bewegt. Instabile Paletten, überstehende Ware oder fehlende Kennzeichnung erhöhen das Schadensrisiko. Packen Sie Stückgut deshalb so, dass es mehrere Umschläge übersteht. Hinweise dazu finden Sie im Artikel Palette richtig verpacken und sichern. Was den Palettenpreis bestimmt, lesen Sie unter Palettenversand Kosten.
Teilladung: für größere Mengen ohne vollen Lkw
Eine Teilladung lohnt sich, wenn Ihre Sendung zu groß für das Stückgutnetz ist, aber keinen ganzen Lkw füllt. Der Spediteur kombiniert Ihre Ware mit anderen Teilladungen auf derselben Strecke. Die Sendung wird in der Regel nicht über ein Umschlaglager geführt, sondern bleibt vom Laden bis zum Entladen auf dem Lkw.
Wann eine Teilladung die richtige Wahl ist
- Sie versenden mehrere Paletten, etwa ab sechs bis acht, oder sperrige Güter mit mehreren Lademetern.
- Die Ware ist empfindlich und soll möglichst wenig umgeschlagen werden.
- Ein voller Lkw wäre nicht ausgelastet.
Laufzeit und Risiken
Da die Teilladung ohne Umschlaglager läuft, ist sie oft schneller als Stückgut auf derselben Strecke. Weil der Lkw aber mehrere Kunden anfährt, sind Zwischenstopps möglich, und die genaue Ankunftszeit hängt von der Tour ab. Das Schadensrisiko ist geringer als bei Stückgut, weil die Ware nur einmal geladen und einmal entladen wird.
Komplettladung: der ganze Lkw für Ihre Sendung
Bei einer Komplettladung buchen Sie einen ganzen Lkw. Er wird an Ihrer Ladestelle beladen und fährt direkt zum Empfänger, ohne Umschlag und ohne fremde Ware an Bord.
Wann eine Komplettladung die richtige Wahl ist
- Ihre Sendung füllt den größten Teil der Ladefläche oder erreicht die Nutzlast des Lkw.
- Die Ware ist wertvoll oder empfindlich und soll nicht mit anderen Sendungen reisen.
- Sie brauchen eine planbare Lade- und Entladezeit.
Laufzeit und Risiken
Die Laufzeit ergibt sich aus der Entfernung und den gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten des Fahrers. Innerhalb Deutschlands ist eine direkte Zustellung am selben oder am nächsten Tag oft möglich, je nach Strecke und Ladezeit. Das Schadensrisiko ist am geringsten, weil nur ein Ladevorgang und ein Entladevorgang stattfinden. Der Nachteil: Sie bezahlen den ganzen Lkw, auch wenn ein Teil der Fläche leer bleibt.
So wählen Sie die richtige Versandart
Beantworten Sie für jede Sendung diese Fragen:
- Wie groß ist die Sendung? Zählen Sie Kartons oder Paletten und berechnen Sie die Lademeter.
- Wie schwer ist sie? Wiegen Sie das Bruttogewicht einschließlich Palette und Verpackung.
- Wie empfindlich ist die Ware? Je empfindlicher, desto weniger Umschlag sollte sie erleben.
- Wie schnell muss sie ankommen? Eilige Sendungen fahren besser direkt oder im Express.
- Welche Bedingungen gelten am Ziel? Rampe, Hebebühne, Zeitfenster, Privat- oder Firmenadresse.
Liegt Ihre Sendung an der Grenze zwischen zwei Versandarten, lohnt sich ein Preisvergleich. Eine knapp ausgelastete Teilladung kann günstiger sein als viele Stückgutpaletten, und umgekehrt. Im Preisrechner sehen Sie die Festpreise für Paket, Stückgut, Palette und Komplettladung sofort und ohne Konto, innerhalb Deutschlands, in Europa und in die Türkei.
Sonderfälle: Sperrgut und Ware außerhalb der EU
Sperrige Güter wie Möbel, Maschinen oder lange Bauteile passen oft in keine Standardkategorie. Hier zählt der belegte Platz mehr als das Gewicht. Für schwere oder sperrige Ware, die zum Empfänger getragen werden muss, gibt es 2-Mann-Handling. FulFra bietet Sperrgut und 2-Man Handling über die Standorte Renningen und Augsburg an.
Bei Sendungen in Länder außerhalb der EU kommt unabhängig von der Versandart die Zollabwicklung hinzu. Im Türkei-Korridor fährt FulFra regelmäßig auf der Straße zwischen der Türkei und Deutschland, typischerweise in 4 bis 6 Werktagen, einschließlich Zollabwicklung und Dokumenten. Mehr zu allen Transportarten finden Sie auf der Seite Fracht und Transport.
Sık Sorulan Sorular
Was ist der Unterschied zwischen Stückgut und Teilladung?
Stückgut läuft über Umschlaglager und wird mit vielen anderen Sendungen gebündelt. Eine Teilladung ist größer und bleibt in der Regel vom Laden bis zum Entladen auf demselben Lkw.
Ab wie vielen Paletten lohnt sich eine Teilladung?
Als grobe Orientierung ab etwa sechs bis acht Paletten. Die genaue Grenze legt jede Spedition selbst fest. Ein Preisvergleich zeigt, was in Ihrem Fall günstiger ist.
Was bedeuten LTL und FTL?
LTL steht für Less than Truckload, also eine Sendung, die den Lkw nicht füllt. FTL steht für Full Truckload, die Komplettladung.
Wie viele Paletten passen in eine Komplettladung?
Auf einen Standardauflieger mit 13,6 m Ladelänge passen 33 Europaletten auf einer Ebene. Bei stapelbarer Ware können es mehr sein.
Welche Versandart ist am sichersten?
Die Komplettladung, weil die Ware nur einmal geladen und einmal entladen wird. Bei Stückgut und Paket wird die Sendung mehrmals umgeschlagen.
Sie wissen jetzt, welche Versandart zu Ihrer Sendung passt? Im Preisrechner sehen Sie den Festpreis sofort, ohne Konto.
